Achte auf die Worte, die dir heut zugehen: Des Lebens bittersten Zustand bereiten sich die Menschen selbst, die in immerwährendem Selbstzerwürfnis stehen und sich nicht die Gnade Gottes hilfeflehend erbitten, durch die sie befreit würden von dem Druck, der sie belastet. Immer sehen diese Menschen ihre eigene Lage so beklagenswert an und verrennen sich immer mehr in trüben Empfindungen und ihr ganzes Sein ist zuletzt nur noch ein grenzenlos verbittertes, und das ohne rechten Anlaß. Sich zu überwinden, dazu ist ihre Eigenliebe zu stark entwickelt, und in dem Los anderer Menschen sehen sie viel eher die Erfüllung des Lebens, und so bleibt eine gerechte Beurteilung immer etwas diesen Menschen Fremdes. Sie lehnen alle Vernunftgründe ab und haben so ein viel schwereres Leben durch eigenen Starrsinn, denn der gute Wille würde sie das Leben viel leichter meistern lassen. Das Leben selbst ist so lehrreich und gibt so vielfachen Anhalt, wenn es nur recht genutzt wird und zum Wirken in Liebe in aller seelischen Bedrückung Zuflucht genommen wird. Es ist dann gleichsam der Ausgleich geschaffen, und das Herz wird froh.... Und so die eigene Person zurückgestellt wird, fällt von selbst alles Schwere vom Menschen ab, und er findet die Erfüllung des Lebens im Wirken für andere. Der Lebenszweck ist doch immer nur das Ausreifen seiner selbst, ein Verzicht auf Erfüllung eigener Wünsche und ein immerwährendes bereitwilliges Dienen. Je mehr sich der Mensch unterstellen kann, desto freier wird sein Geisteszustand werden, und je öfter er sich in der Selbstüberwindung übt, desto stärker wird sein Wille, und es bringt dieses Arbeiten an sich selbst eine Veredlung des ganzen Wesens zustande, immer wird dann nur das Wohl des Mitmenschen berücksichtigt werden, und der peinvolle Zustand, der den Menschen quält, ist behoben.... Und dies bewirket der Wille zur Tat.... es ist um ein bedeutendes leichter, die Welt zu besiegen als sich selbst.... Es will der Mensch nicht zugeben, der Urheber seines Zustandes zu sein, immer sucht er die Ursache überall anderswo als bei sich selbst, und das ist sein Fehler.... Wo Selbsterkenntnis mangelt, ist die Hilfe schwer zu bringen.... denn wo soll dann der Hebel angesetzt werden.... Wer Kritik nur an anderen üben will, niemals aber an sich selbst, der wird schwerlich das Grundübel erkennen, er wird sich selbst immer nur bedauernswert finden und nicht den Willen aufbringen, Beendung seines Zustandes, der ihn doch bedrückt, zu schaffen. Und so ist nur eines von rechter Wirkung auf ein solches Gemüt.... es in aller Liebe aufmerksam zu machen auf seine falsche Einstellung dem Leben gegenüber, das der Mensch selbst meistern soll und nicht von diesem sich meistern lassen, was doch jedesmal der Fall ist, wenn er unter dem Druck seiner Stimmung leidet und sich keinen Ausweg schafft. Wo der Wille ist, ist auch die Tat, und diese erst befreit den Menschen von jeglichem Übel....
Amen
ÜbersetzerPay attention to the words that come to you today: The most bitter state of life is prepared by those people themselves who are in perpetual self-destruction and do not implore God's grace to help them, through which they would be freed from the pressure that burdens them. These people always see their own situation as so deplorable and become more and more entangled in gloomy feelings and their whole being is ultimately just one of boundless bitterness, and that without any real cause. Their self-love is too strongly developed to overcome themselves, and they are much more likely to see the fulfilment of life in the fate of other people, and so a just judgement always remains something alien to these people. They reject all rational reasons and thus have a much more difficult life due to their own stubbornness, because good will would allow them to master life much more easily. Life itself is so instructive and provides so much guidance, if only it is utilized in the right way and people take refuge in working in love in all emotional distress. The balance is then created, as it were, and the heart becomes glad.... And when one's own person is put aside, all heaviness falls away from the person of its own accord and he finds the fulfilment of life in working for others. The purpose of life is only ever the maturing of oneself, a renunciation of the fulfilment of one's own desires and a perpetual willingness to serve. The more a person can subordinate himself, the freer his spiritual state will become, and the more often he practices self-conquest, the stronger his will will become, and this work on himself will bring about an ennoblement of the whole being, only the well-being of his fellow human being will then ever be taken into consideration, and the painful state which torments the human being will be remedied.... And this is brought about by the will to act.... it is much easier to defeat the world than oneself.... Man does not want to admit that he is the author of his condition, he always looks for the cause elsewhere than in himself, and that is his fault.... Where self-knowledge is lacking, help is hard to come by.... because then where should the lever be applied.... Those who only want to criticize others, but never themselves, will hardly recognize the basic evil, they will only ever find themselves pitiable and will not muster the will to put an end to their condition, which is nevertheless depressing. And so there is only one thing that has the right effect on such a mind.... to lovingly draw its attention to its wrong attitude towards life, which man should master himself and not allow himself to be mastered by it, which is the case every time he suffers under the pressure of his mood and cannot find a way out. Where there is the will, there is also the deed, and only this frees man from all evil....
Amen
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