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Themenheft: 77 Die zehn Gebote
Kapitel: Das fünfte Gebot

1499 Kampf.... und Motiv dessen....

30. Jun 1940: Buch 24

Das Bewußtsein, eine edle Tat vollbracht zu haben, wird dem Menschen stets das Gefühl innerer Zufriedenheit geben, weil er erkennt, was seine Bestimmung ist, und er seiner Aufgabe damit nachgekommen ist. Und so wird alles, was Gott wohlgefällig ist, den Menschen frei und froh machen, was aber wider den göttlichen Willen geht, wird ihn drücken, solange er das Unrecht erkennt, also er selbst es weiß, daß er Unrecht getan hat. Ebenso wird ein Kampf, der für Recht und Gerechtigkeit geführt wird, der um einer guten Sache willen geführt wird, nicht wider den göttlichen Willen gehen, denn immer ist es das Gute, Göttliche, was gefördert werden soll dadurch, solange nicht Habgier und Ungerechtigkeit die Ursache des Kampfes ist. Für eine gerechte Sache zu kämpfen wird stets Gottes Zustimmung finden, denn es soll sich ja der Mensch einsetzen und für die Verbreitung des Rechten und Guten Sorge tragen. Und dies wird immer der Fall sein, so sich durch Unfrieden Mißstände ergeben haben, die beseitigt werden sollen. Es muß der Mensch jedoch immer die gleichen Rechte gelten lassen auch für seinen Gegner.... Er muß das, was er selbst begehrt, auch seinem Gegner zusprechen, er darf nicht nur die Macht und das Recht des Stärkeren beanspruchen, er muß mild und weise wie ein Vater jede Streitfrage zu regeln versuchen und erst dann mit der Waffe kämpfen, wenn seinen Vorhaltungen im Guten keine Beachtung geschenkt wird. Dann ist das Recht auf seiner Seite. Und also wird der Mensch zu unterscheiden genötigt sein, ob aus dem Gefühl des Rechtes und der Gerechtigkeit oder des Hasses und der Habgier ein Kampf entbrennt, will er die Berechtigung dessen ergründen. Er wird beachten müssen, wie weit die Maßnahmen des zum Kampf Herausfordernden göttlichen Geboten entsprechen, denn so Gottes Segen dazu gefordert wird, muß auch der Wille des Kämpfenden sein, für Gott und Seine Gebote, Seine Anforderungen, die Er an die Menschen stellt, zu kämpfen. Es kann Gottes Segen nur erbeten werden zu einer Sache, die Gott-gewollt ist, nimmer aber zu einem Beginnen, das sichtlich den Stempel des Bösen trägt. Für Recht und Gerechtigkeit zu streiten, wird immer dem Willen Gottes entsprechen. Wie verschieden ist der Begriff von Recht und Gerechtigkeit.... das ist es, was geklärt werden muß.... Das irrige Denken der Menschen hat eine Auffassung gezeitigt, die jedes Rechtsempfinden zu ersticken droht. Recht ist, was dem Gebot der Liebe entspricht.... Recht ist, was Gott durch Seine Gebote den Menschen kundgetan hat.... Recht ist, was nicht gegen die göttliche Ordnung verstößt, und göttliche Ordnung ist immer der göttliche Wille.... Also muß alles gerechte Handeln dem göttlichen Willen entsprechen. Gott aber will, daß die Menschen Ihn lieben und den Nächsten wie sich selbst. Wird dieses Gebot allem Handeln zugrunde gelegt, so wird der Mensch stets recht und gerecht sein. "Die Rache ist Mein", spricht der Herr.... So also der Nächste sich versündigt hat gegen den Menschen, so soll dieser nicht Vergeltung üben, sondern sie dem Herrn überlassen, zumeist aber ist der Vergeltungsdrang Ursache eines Kampfes, verbunden mit Besitzgier und Machthunger. Dies aber kann nicht recht sein vor Gott. Es werden dann alle göttlichen Gebote außer acht gelassen, es wird nicht gekämpft gegen einen Übeltäter in gerechter Weise, sondern es fügt der Kämpfende der bestehenden Übeltat eine weit größere zu, so er nun seinerseits Vergeltung übt, oft in grausamster Weise. Und Gott anzurufen um Stärkung seiner Macht ist vermessen, denn er mutet Gott zu, ein Unrecht gutzuheißen und ein Beginnen zu segnen, das geboren ist aus schlechten Gedanken, die ihren Ursprung haben nicht in der Liebe, sondern im Haß gegen die Mitmenschen. Also müsset ihr Menschen unterscheiden und stets den Maßstab anlegen daran, wie weit das Gebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten beachtet wird von jenen, die gegeneinander streiten.

Amen

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