Quelle: https://www.bertha-dudde.org/de/proclamation/8395

8395 Hat der Mensch einen freien Willen?....

28. Januar 1963: Buch 88

Niemals werde Ich den Willen eines Menschen zwingen, auf rechten Wegen zu wandeln, sei es in seiner Lebensführung, in seiner Einstellung zu Mir und dem geistigen Reich oder auch in dem Bestreben, die reine Wahrheit zu verbilden.... Immer hat er von Mir aus volle Freiheit, doch er soll diese nicht mißbrauchen. So werdet ihr auch verstehen, daß die Willensfreiheit des Menschen alles bedeutet, daß sie Anlaß ist des Geisteszustandes des Menschen, seiner geistigen Blindheit, aber auch seines erleuchteten Denkens, denn er selbst, d.h. sein freier Wille, begründet alles. So kann also sein freier Wille sowohl die tiefsten Tiefen wieder anstreben, wie er aber auch zur Höhe verlangen kann, und entsprechend wird ihm Erfüllung werden. Aber es kann dem Menschen nicht der freie Wille genommen werden, ansonsten er nur wie eine Maschine sich betätigen würde, nur von Meinem Willen gelenkt, und eine Vergöttlichung zu einem Ebenbild von Mir würde nicht möglich sein. Doch letzteres ist Mein Ziel, das Ich Mir gesetzt habe und das Ich auch erreichen werde, denn ob noch so lange Zeiten darüber vergehen, einmal wird dieser freie Wille Mir gehören und nichts anderes mehr anstreben als den endgültigen Zusammenschluß des Wesens mit Mir.... Darum aber ist auch der immerwährende Kampf von Mir und Meinem Gegner um den Willen des Menschen, denn wem er sich zuwendet, der hat die Seele des Menschen gewonnen. Sowohl Ich Selbst als auch Mein Gegner wenden alle Mittel an, weil eben jeglicher Zwang ausschließet und Ich kann Meinem Gegner auch nicht das Recht streitig machen, alles zu versuchen, weil das Wesen einstmals ihm freiwillig gefolgt war.... Und da es sich um die Vergöttlichung alles Wesenhaften handelt, das einst als Geschöpf von Mir ausging, als ein Werk Meiner Liebe, Weisheit und Macht, hat Meine Weisheit einen Plan entworfen, der darin bestand, daß der Wille des Wesens aus freien Stücken in Meinen Willen einging, wenngleich er nicht dazu gezwungen war, sondern auch eigenwillig denken und handeln konnte.... Und dieses Einfügen oder Unterordnen unter Meinen Willen mußte die Liebe vollbringen.... Es mußte das Wesen Mir so in heißer Liebe ergeben sein, daß es keinen anderen als Meinen Willen mehr gelten lassen wollte und dabei unermeßlich selig war. Also hinderte Ich das Wesen auch nicht, als es sich freiwillig von Mir abwandte, weil dadurch erst die Möglichkeit geschaffen wurde, aus einem "Werk" Meiner Liebe zu einem "Kind" zu werden, das innigste Liebe zu Mir sich Mir freiwillig unterstellen ließ.... Denn diese Liebe führte auch zu der höchsten Vollkommenheit, die ebendas Wesen selbst anstreben und erreichen muß, um völlig frei in Licht und Kraft neben Mir wirken zu können, was Ich von Ewigkeit her erzielte.... Ich kann wohl alle Wesen mit Seligkeit beglücken unbegrenzt, aber dennoch ist es etwas anderes, ob das Werk Meiner Liebe immer nur ein "Werk" bleibt oder einmal ein gänzlich von Mir und Meinem Willen unabhängiges Wesen ist, das nicht mehr bestimmt wird von Meinem Willen.... auch wenn es sich nicht ihm widersetzt.... sondern daß es sich völlig frei gemacht hat und doch nun aus seiner Liebe heraus, die ihm hellstes Licht schenkt, das gleiche will und vollbringt wie Ich Selbst.... weil ebendiese Liebe das Wesen mit Mir unlöslich verbindet, das aber ein ichbewußtes, freies, individuelles Wesen ist.... ein Ebenbild Meiner Selbst. "Werdet vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist...." Diese Möglichkeit also besteht, daß ihr zu Meinen Ebenbildern werdet, daß ihr euch vergöttlicht, daß ihr wahre Gotteskinder werdet, die Mein Wille nicht schaffen konnte, sondern die sich selbst dazu gestalten müssen.... Es ist also euer freier Wille ein Beweis göttlicher Herkunft, wie er aber auch der Weg ist zur höchsten Vollendung und ihr dann in Wahrheit zu Göttern euch gestaltet habt, die mit Mir schaffen und wirken in der Unendlichkeit und unermeßlich selig sind. Es ist der freie Wille der Hauptfaktor des ganzen Rückführungsprozeßes, jedoch nur für das ichbewußte Wesen, denn solange das Wesen des Ichbewußtseins beraubt ist, wenn es aufgelöst in zahllosen Partikelchen durch die Schöpfung geht, auch keinen freien Willen mehr besitzet, den Ich gebunden habe für eine bestimmte Zeit, um dem Wesen wieder die Möglichkeit zu schaffen, seinen freien Willen recht gebrauchen zu können. Sowie das Wesen ichbewußt ist, wird es sich auch immer frei entscheiden können und in keiner Weise gezwungen werden, weder von Mir noch von Meinem Gegner. Aber gerade dann liegt eine große Verantwortung auf ihm, denn sein freier Wille kann wieder nach unten gerichtet sein, was einen grenzenlosen Elendzustand zur Folge hat.... Es kann aber auch sein Willen unverwandt nach oben streben (richten) und höchste Seligkeit dann sein Los sein für ewig. Und diesen freien Willen streitet ihr Menschen oft.... weil euer Erdenschicksal mitunter so gestaltet ist, daß ihr deutlich eine starke Macht spüret und euch darum unfrei wähnet.... Es geht aber nicht darum, ob euch etwas auszuführen unmöglich ist, sondern allein um euer innerstes Wollen, wie dieses gerichtet ist. Es geht nicht um irdisches Verlangen, sondern allein um geistige Ziele, die ihr nur mit einem recht gerichteten Willen erreichen könnet, weil ihr dann auch unwiderruflich die Kraft empfanget, das, was ihr wollet, auch auszuführen. Und ihr Menschen könnet daher nicht die Verantwortung von euch abwälzen mit dem Einwand, daß ihr keinen freien Willen besitzet.... daß ihr bestimmt werdet von euren Lebensverhältnissen und eurem Schicksal zu eurem Wollen und Denken.... Zwar trägt letzteres auch dazu bei, daß ihr euren Willen recht richten könnet, denn dies ist Mein ständiges Bemühen, und darum kommt auch alles im Leben so über euch, daß es für euch leicht wäre, dem Willen die rechte Richtung zu geben.... Doch immer müsset ihr selbst euch entscheiden, und darum kann eure Rückführung zu Mir sich auch auf endlose Zeiten erstrecken, und ihr könnet mehrmals den Weg durch die Schöpfung zurücklegen müssen.... eben weil ihr frei seid in eurem Wollen und Denken.... Doch einmal erreiche Ich das Ziel, euch als Meine Kinder zu Mir ziehen zu können, und darum wird Meine Liebe nicht eher ruhen, bis die von Mir geschaffenen Wesen in höchster Seligkeit werden wirken können zu ihrer eigenen Beglückung, im freien Willen, der auch der Meine ist, weil immer nur tiefste Liebe ihn bestimmt und die Liebe aller Wesen einmal Mir gehören wird in Ewigkeit....

Amen

Eine Originalkundgabe von Bertha Dudde (Symbolbild)