Quelle: https://www.bertha-dudde.org/de/proclamation/3995

3995 Kommunismus....

10. März 1947: Buch 49

Vom Gesichtspunkt des Kommunismus aus betrachtet dürfte es keine Unterschiede geben sowohl in den äußeren Lebensverhältnissen als auch in der Lebensführung des einzelnen. Doch niemals entspricht dies dem Willen Gottes, Der Selbst vielerlei Unterschiede beachtete im Lebensschicksal der Menschen. Zwar sollen die Menschen stets bestrebt sein, dem Nächsten das gleiche zukommen zu lassen, was sie selbst besitzen und was sie beglückt, doch immer muß es dem Menschen freistehen, wie er sich zu dem Gebot der Nächstenliebe einstellt, er darf nicht gezwungen werden zur Teilung seines Besitzes, wie ihm aber auch andererseits sein Besitz nicht genommen werden darf, so er ihn rechtlich erworben hat. Und ein Unterschied der Größe des Besitzes wird immer sein und bleiben, solange die Arbeitskraft und Arbeitslust der Menschen verschieden ist und diese niemals auf ein gleiches Maß gebracht werden kann, soll der freien Entwicklung des einzelnen nicht Einhalt geboten werden. Es wäre eine Welt voller Eintönigkeit, so Gott Seine Schöpfung nicht unterschiedlich geschaffen hätte und so Er nicht dem Menschen die Fähigkeit gegeben hätte, sich sein Leben zu gestalten nach seinem Willen und seiner Kraft, denn beide müssen zur Anwendung kommen, dies ist Zweck und Ziel des Erdenlebens. Der Wille des Menschen kann in verschiedener Richtung gehen, die dem Menschen zuströmende Lebenskraft kann verschieden genützet werden, wie sie auch schon von Gott aus verschieden verteilt ist, folglich muß die Tätigkeit der Menschen unterschiedlich sein wie auch verständlicherweise der irdische Erfolg, und schon dadurch ergeben sich unterschiedliche Lebensverhältnisse, weil sie auch bestehen müssen im menschlichen Dasein. Gerechtigkeit in allen Dingen soll zwar jeder Mensch seinem Mitmenschen widerfahren lassen, doch das bedeutet nimmermehr absolute Gleichheit. Denn gerade die Verschiedenheit des Erfolges ist ein Antriebsmittel zu erhöhter Tätigkeit, und Tätigkeit ist immer segensreich, während der Tätigkeitsdrang sofort eine Hemmung erfährt, so der Erfolg niemals dadurch erhöht wird und nicht-ausgenützte Lebenskraft auch geistigen Stillstand oder Rückgang bedeutet sowohl für den Menschen selbst als auch für die Entwicklung des in der Materie gebundenen Geistigen. Ununterbrochene Tätigkeit gewährleistet ununterbrochene Aufwärtsentwicklung. Und darum ließ Gott sowohl die Lebensschicksale unterschiedlich sich auswirken, um den Tätigkeitsdrang des einzelnen zu erhöhen.... wie Er auch die Menschen im allgemeinen verschieden bedenkt mit irdischen Gütern, mit Fähigkeiten und irdischen Erfolgen. Denn im gemeinschaftlichen Leben soll gleichfalls der Gedanke der Nächstenliebe geweckt werden und zur Tätigkeit anregen. Sowie aber die Menschen einen Ausgleich der Lebensverhältnisse schaffen wollen durch Enteignen des einen und Zuwenden dem anderen, sowie das Streben der Menschen dahin geht, alle Unterschiede zu beseitigen, wird auch der Trieb zu eifrigem Schaffen unterbunden, wie aber auch gerechtes Handeln und Denken in Frage gestellt wird. Denn die Menschen werden dann nicht mehr nach ihrem Wert bedacht, sondern auch der durch seine Gesinnung oder seine Trägheit wertlos gewordene Mensch empfängt im gleichen Maß. Es müssen Unterschiede sein, es muß hohe und niedrige Menschen auf Erden geben, auf daß die dienende Nächstenliebe sich entfalten kann.... es muß Reichtum und Armut geben, ansonsten die Menschheit ohne jegliches Streben wäre und der Tätigkeitswille herabsinken würde auf ein Minimum. Nur durch Liebe kann der Not und dem Elend des einzelnen gesteuert werden, niemals aber durch eine Aktion, die sich über viele Menschen erstreckt, deren Zweck Gleichschaltung und Egalisierung der Lebensverhältnisse ist, die aber nimmermehr von Segen wäre für die Menschheit. Es wäre dies auch gleichbedeutend mit einem Durchkreuzen-Wollen göttlicher Schicksalspläne, was aber den Menschen nicht gelingen wird, denn wo auch irdisch ein Ausgleich hergestellt wird, setzet Gott erhöhte Anforderungen an die Menschen, oder Sein Wille macht zuschanden, was Menschenwille aufzubauen sucht, so dies dem göttlichen Willen nicht entspricht....

Amen

Eine Originalkundgabe von Bertha Dudde (Symbolbild)