Quelle: https://www.bertha-dudde.org/de/proclamation/2470

2470 Glaubwürdigkeit der Überlieferungen.... Wille zur Wahrheit....

11. September 1942: Buch 33

Unmaßgebend ist, was sich durch Menschenmund fortpflanzt, wenn nicht der Ursprung einwandfrei festgestellt, also als göttliches Geisteswirken bewiesen werden kann. Es ist dies oft so schwer, und darum muß jede Lehre auch ernsthaft geprüft werden, wieweit sie empfindungsgemäß angenommen werden kann, denn das Herz wird den Menschen recht belehren, der sich streng an die Wahrheit halten und daher auch nur solche annehmen will. Was diesem nun annehmbar erscheint nach ernsthaftem Nachdenken, das kann er auch als Wahrheit betrachten. Er muß jedoch an sich selbst Kritik üben, ob er wirklich nach der reinen Wahrheit verlangt. Es wollen sich die Menschen oft nur nicht trennen von alten Überlieferungen, sie legen sich aber keine Rechenschaft darüber ab, ob und wieweit eine solche Überlieferung glaubwürdig ist. Sie nehmen also ungeprüft an, wo sie durch Nachdenken sich erst ein Urteil bilden sollen. Es gilt dies sowohl von Glaubenslehren als auch von dem Lebenswandel und außergewöhnlichem Wirken der Menschen.... Es wird bedingungslos alles für wahr gehalten, was darüber verbreitet wurde, und es hat dies zur Folge, daß keinerlei Gegenansicht sich behaupten wird, da jegliches Nachdenken darüber unterbunden wird. Gott fordert dies aber von den Menschen, daß sie das Verlangen nach der Wahrheit insofern tätig werden lassen, als daß sie selbst danach streben, Irrtum und Wahrheit zu scheiden. Erst dieses Verlangen bildet auch die Fähigkeit aus, das Rechte zu erkennen und das Falsche abzulehnen. Es hat der Mensch keine Entschuldigung, daß er dazu nicht fähig sei, denn diese Fähigkeit ist nur abhängig vom Verlangen nach der Wahrheit. Wie aber soll ihnen die Wahrheit zugeführt werden, so sie keiner logischen Begründung zugänglich sind, sondern nur fest und steif glauben, was ihnen überliefert wird, ohne letzteres auf seine Wahrhaftigkeit hin zu prüfen.... Denen kann in überzeugendster Weise ihre irrige Ansicht widerlegt werden, sie beharren dabei und verrennen sich immer tiefer in irrige Lehren, denn es mangelt ihnen am Willen, und wider ihren Willen kann ihnen die reine Wahrheit nicht zugeführt werden, oder aber sie erkennen diese nicht als solche. Und dort ist auch das Bemühen derer, die sich streng an die Wahrheit halten, erfolglos, denn wo der Wille sich dagegenstemmt, kann Gottes Liebe nur wenig wirken....

Amen

Eine Originalkundgabe von Bertha Dudde (Symbolbild)